10.08.2026
„Eine Authentische Aufführung, die man nicht so oft erleben kann“
Seit 2024 organisiert Friederike Bertz im Rahmen des Vereins der mitteldeutschen Orgelgesellschaft die Altenburger Musiktage. Am 13.August geht das Festival in eine neue Runde. Im Interview gehen wir auf die Höhepunkte in diesem Jahr ein.

Friederike Bertz ist im Kirchenkreis Altenburger Land für die kirchenmusikalische Unterstützung der Kantoren zuständig und übernimmt bei der mitteldeutschen Orgelgesellschaft die Planung der Altenburger Musiktage
Kirchenkreis Altenburger Land: Seit über 30 Jahren findet das Altenburger Musikfestival statt. Initiator des Altenburger Musikfestivals ist seit ein paar Jahren die mitteldeutsche Orgelgesellschaft. Der Verein hat sich vorgenommen, die großen Orgeln in den Kirchen in Altenburg und Umgebung wieder funktionstüchtig zu machen, wie z.B. die Restaurierung der Orgel in der Bartholomäikirche in Altenburg. Steht die Orgel als Instrument auch im Vordergrund bei dem Altenburger Musikfestival?
Friederike Bertz: In den letzten Jahren hat sich das Programm schon ein bisschen mehr hin zur Orgel und auch mehr in die Kirchen verlegt. Wir bespielen Räume, die sonst auch nicht bespielt werden, aber wo wir durch die Verbindung zur Kirchgemeinde die Räume öffnen können. Es gibt aber auch genauso die Formate, die es seit 30 Jahren gibt.
Kirchenkreis: Gibt es einen Schwerpunkt des Programms in diesem Jahr?
Bertz: Schon von Beginn an hat das Altenburger Musikfestival Wert daraufgelegt, junge Musiker herzubringen, anzulocken. Ganz oft hat das Landesjugendorchester von Thüringen hier gespielt und da gehen wir wieder in die Richtung. Deshalb bilden den Rahmen des Festivals in diesem Jahr drei Akademien, wo Jugendliche, Kinder und Studierende ihr Instrument mit renommierten Dozenten verbessern können und die Ergebnisse dann auch präsentieren können. Beispielsweise findet am 14.August um 18:00 in der Schlosskirche zu Altenburg ein Abschlusskonzert der Junior-Orgelakademie statt. Die gibt es jetzt seit vier Jahren. In diesem Jahr gibt es noch eine Kontrabass-Akademie, die auch vom stellvertretenden Solo-Kontrabassist von Altenburg Vincent Peterseim geleitet wird. Auch hier gibt es ein Abschlusskonzert am 21.August in der Brüderkirche in Altenburg. Als Highlight kann man auch noch die letzte Veranstaltung des Festivals nennen- die Aufführung von Bachs Messe in h-Moll in der Altenburger Schlosskirche, am 29.08.
Kirchenkreis: Was ist daran so besonders?
Bertz: Es singt und spielt das Ensemble Lachrymae, bestehend aus jungen Musikerinnen und Musikern aus Leipzig, Weimar und Dresden, auf historischen Instrumenten und in historischer Besetzung. Dazu wird die große Trostorgel der Schlosskirche gespielt. Im Normalfall wird das heute mit kleinen Truhenorgeln gemacht, die im Orchester stehen und mit Cello, Kontrabass, Fagott das Fundament bilden. Zu Bachs Zeiten wurde auf den Orgelemporen musiziert. Da wurde auch die große Orgel mitgespielt. Das ist heute immer sehr schwierig umzusetzen, weil der Platz sehr begrenzt ist und die Orgeln oft deutlich später gebaut wurden. Und auch im Altenburger Schloss ist es schwierig. Man kriegt jetzt den Chor und das Orchester nicht mit auf die Orgelempore. das heißt, die Musiker werden im Chorraum sein. Aber mit der Trostorgel hat man ein sehr authentisches Instrument, was Bach auch selbst gespielt hat. Und durch die große Orgel stehen dem Organisten viel mehr Klangfarben zur Verfügung. Somit ist es eine sehr authentische Aufführung, die man so nicht oft erleben kann.
Kirchenkreis: Auch in der St. Nikolai Kirche in Schmölln findet eine Veranstaltung statt. „Von himmlischen Tönen, irdischen Gedanken,“ von Dr. Felix Friedrich statt. Was lässt sich dazu sagen?
Bertz: Dr. Felix Friedrich war hier Schlossorganist viele Jahre und hat die Restaurierung der Trostorgel umgesetzt, so dass die jetzt heute überhaupt so wiederspielbar ist und so authentisch nachgebaut wurde. Im Rahmen des Festivals spielt er in Schmölln auf der größten Orgel im Altenburger Land, die Jehmlich-Orgel, Werke von Mendelssohn Bartholdy, Liszt, Jean und Bruckner und moderiert auch selbst durch das Programm.
Kirchenkreis: Neben Schmölln und Altenburg sind im Rahmen des Festivals auch Veranstaltungen in Ponitz, Meuselwitz, Garbisdorf und z.B. Treben angesetzt.
Bertz: Uns ist es wichtig, das Altenburger Land und seine Vereine hier abzubilden. Das ist auch schon so gewesen, bevor wir das Festival organisiert haben. Wir haben die Kontakte zu den Vereinen einfach übernommen und die Vereine freuen sich, dass sie jedes Jahr im Rahmen des Musikfestival ein Konzert haben, dass sie selbstständig vorbereiten können. Da haben wir wenig Arbeit, weil wir nur die Künstler anfragen und die Technik stellen und den Rest übernimmt der Verein selbst. Als Beispiel würde ich hier das Treben Open Air am 20.08. nennen, das wird jedes Jahr auch sehr gut besucht.
Kirchenkreis: Die Finanzierung der Veranstaltungen läuft dann auch über die Vereine?
Bertz: Wir haben drei Hauptsponsoren, die Sparkasse, die VR-Bank und die EWA. Die Stadt Altenburg unterstützt uns zudem personell und wir müssen in den Räumlichkeiten der Stadt keine Miete zahlen. Auch bei den Vereinen müssen wir keine Raummiete zahlen. Das ist schon der größte Kostenfaktor, der eingespart wird. Dazu kommen weitere Unternehmen der Region, die uns finanziell unterstützen.
Kirchenkreis: Hat die Altenburger Kirchenmusik bzw. die Orgelmusik eine besondere Stellung in Mitteldeutschland?
Bertz: Für die Größe der Stadt bzw. die Kleinheit der Stadt in dem Fall ist es einfach ein sehr hochwertiges, also immer auch qualitätvolles Programm, was es gibt. In der Schlosskirche spielen in den Sommerkonzerten Organisten aus der ganzen Welt, die gerne einmal an der Trost-Orgel spielen wollen, weil diese schon eine große Strahlkraft hat. Und auch die Projekte, die wir mit der Kantorei in Altenburg machen, sind schon sehr hochwertig. Da müssen wir uns nicht verstecken.
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Das Altenburger Musikfestival findet vom 13.-29.08. an unterschiedlichen Orten im Kirchenkreis Altenburger Land statt.
Karten für das Festival gibt es in der Tourismusinformation in Altenburg oder vor Ort.
Mehr Informationen gibt’s unter: altenburger-musikfestival.de