19.03.2026
Invokavit: Versuch-ung-en

In der Zeitungsandacht zum 20.02.2026 zeigt Annette von Biela, Superintendentin des Altenburger Lands Möglichkeiten auf den Versuch-ung-en der Fastenzeit zu wiederstehen.

Ein Versuch, über Versuchung zu schreiben und über Versuchungen.

Zuerst: die VERSUCHUNGEN. Davon gibt es viele, etwa die aus der Werbung: „Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt.“ Warum wirbt die Firma mit dem Begriff „Versuchung“?

Man lockt mit dem Reiz des Verbotenen. Aber wer will hier etwas verbieten? Zuletzt die Firma, die Schokolade verkaufen will. Wir sind mündige Menschenkinder und können selbst entscheiden, ob und wann wir Schokolade essen.

Fastenzeit lädt zum bewussten Verzicht und Nachdenken ein

Viele Menschen entscheiden sich, in der Fastenzeit, die am Aschermittwoch begonnen hat, auf etwas zu verzichten. Auf Schokolade, Alkohol, Fleisch, …, Handy-Nutzung. Und warum? Es gibt viele Antworten, z.B. weil ich mir selbst beweisen will, dass ich es schaffe, oder aus gesundheitlichen Gründen.

Die Fasten- oder Passionszeit ist im christlichen Zusammenhang eine Zeit der Vorbereitung auf Karfreitag und Ostern. In den Gottesdiensten wird der Weg von Jesus Christus nachgezeichnet. Es wird erzählt und gesungen, dass Jesus den Weg in den Tod am Kreuz bewusst ging.

Es ist eine Zeit der Besinnung und der Einkehr, der Meditation. Und dabei hilft es, das Gewohnte zu verlassen und für eine begrenzte Zeit auf etwas sonst Normales zu verzichten.

Gott gibt Freiheit – und fordert Verantwortung in der Versuchung

Aber die VERSUCHUNG ist noch etwas anderes: Die Bibel erzählt, dass Menschen durch den Teufel oder das Böse dazu gebracht werden, Gottes Regeln über Bord zu werfen. Warum? Um die Menschen von Gott wegzutreiben. Die Geschichte von Adam und Eva und dem Apfel zeigt das. Sie essen vom Baum der Erkenntnis. Jetzt sind Adam und Eva wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Deshalb müssen sie das Paradies verlassen.

Und doch sorgt Gott für sie: Da sie nackt sind und nur Blätter als Kleidung haben, macht er ihnen „Röcke von Fellen und zieht sie ihnen an“. Das Faszinierende an der Geschichte: Gott lässt Adam und Eva die Wahl: den Apfel essen oder nicht essen. Das ist Freiheit. Und Verantwortung. In einer Versuchung haben wir die Wahl: Halten wir uns an Gottes Regeln oder nicht?

Annette von Biela- Superintendin des Altenburger Lands