11.05.2026
Quasimodogeniti
Christoph Schmidt schreibt in seinem Osterwort über Leid, Hoffnung und die Kraft der Auferstehung – sichtbar in einem zerbrochenen Kreuz als Zeichen neuen Lebens.
Endlich Osterzeit! Zeit der Freude und der Hoffnung.
Karfreitag durfte ich, gemeinsam mit dem Chor, in Großstöbnitz den Abendmahlsgottesdienst halten. Das viel mir nicht leicht. Karfreitag ein Gedenktag an das Leiden Jesu und das Leiden in unserer Welt. Dieses ist manchmal kaum noch zu ertragen. Zu feiern gibt es da nichts! Nur Trauer und wenig Aussicht, dass das Leiden der Welt aufhört. Ohnmacht ist das bestimmende Gefühl. Warum lässt Gott das Leiden zu? Keine Antwort. Gleichzeitig fordert Karfreitag heraus; hinzusehen und nicht wegzusehen, nicht gleichgültig sein dem Leiden Anderer gegenüber. Worte fallen da schwer.
Deshalb habe ich ein besonderes Kreuz als Symbol für die Kurzpredigt mitgebracht. Ein eckiges Holzkreuz, darin der Gekreuzigte mit erhobenen Armen (dünn ausgesägt). Dieser lässt sich herausnehmen und lässt das Kreuz leer zurück. Der leidende Mensch Jesus wird zu dem segnenden, auferstandenen Christus. Das feiern wir als Christen! Nicht nur Ostern, sondern jeden Sonntag im Gottesdienst. Eigentlich jeden Tag!
Am Ostermorgen wollte ich dieses Kreuz mit dem segnendem Christus obendrauf, in unser Fenster stellen. Dabei fiel es mir runter und das Kreuz zerbrach in viele Stücke. Erst habe ich mich geärgert. Doch gleich dachte ich „Was für ein tolles Symbol, das Kreuz ist zerbrochen. Das ist Ostern!“ Jetzt steht der segnende Christus so in meinem Fenster. Zeichen der Hoffnung für mich und Dich und unsere Welt. Lasst uns diese Hoffnung jeden Tag feiern. Auch im Mitleid für die Leidenden und in unserer kaputten Welt. So sei es.