19.03.2026
Reminiszere: Respektiere deine Grenzen
In seinen Gedanken zum Wochenende vom 28.Februar warnt Dietmar Wiegand, Pfarrer in Schmölln und Umgebung, vor Hochmut und Selbstüberschätzung beim Wintersport, aber auch im eigenen Alltag.
Respektiere Deine Grenzen!
Auf Skipisten kann man dies lesen: Respektiere Deine Grenzen!
Immer wieder - nicht nur beim Skisport – müssen wir bedenken: Was können wir? Was können wir noch nicht oder was können wir nicht mehr! - Ist es mir früher leichter gefallen zu akzeptieren, was ich noch nicht kann, als heute zu beachten, was ich nicht mehr kann?
Altern heißt eben auch Abschiednehmen, auch von Fähigkeiten und Möglichkeiten, die wir uns in der Jugend und darüber hinaus erworben hatten. Ich leide mit, wenn ich sehe, wie Menschen, die immer sehr selbstständig und tatkräftig unterwegs waren, nun auf einmal annehmen müssen, dass sie dies und jenes nicht mehr können. Manches geht langsamer, muss langsamer gehen. Vielleicht steckt darin – einer Binsenweisheit folgend – aber auch ein Gewinn, denn jeder Vorteil, wird mit einem Nachteil erkauft, und jeder Nachteil birgt auch einen Vorteil: Was langsamer geht, wird vielleicht bewusster erlebt.
Respektiere Deine Grenzen!
Solche Schilder sollten auch vor Regierungsgebäuden stehen! Eingedenk dessen, was wir Tag für Tag an Hochmut und Selbstüberschätzung erleben, braucht es dringend solche Erinnerungen: Wir sind nicht Gott, sondern nur begrenzte Geschöpfe, gewiss mit vielerlei Gaben und verschiedenen Begabungen (und in allem so gewollt und geliebt). Aber: Heben wir nicht andere auf Sockel und stellen wir uns selbst nicht über Andere!
In dieser selbstbewussten Demut liegt vielleicht auch der Schlüssel dafür, um wieder staunen zu können über das, was man kann, und sich mitzufreuen über das, was Andere können: Schon. Gut. Noch.
Wenn ich mit Scheuklappen unterwegs bin und immer nur die Defizite und vermeintlichen Fehlleistungen sehe, ob bei Anderen oder bei mir selbst, dann kann ich nicht glücklich werden.
Respektiere Deine Grenzen!
Und nicht nur die Anderen haben „blinde Flecken“. Wir können und sehen auch nicht alles. Jeder Mensch hat seine Gaben und hat seine Sicht, seine Perspektive.
Und Gott hat seine Sicht! In der Bibel heißt es dazu (tröstlich zu wissen):
„Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an!“
Eine gesegnete Zeit!
Ihr Pfarrer Dietmar Wiegand