11.05.2026
Rogate: Mama

Pfarrerin Ulrike Schulter erinnert in ihrem Wort zum Wochenende vom 10. Mai 2026 an die Bedeutung von Müttern in Familie und Gesellschaft – und plädiert zugleich für mehr Gleichberechtigung im Alltag und in der Verteilung von Verantwortung.

„Mama“

Sie hat mindestens 6 Arme und kann „drölfzig“ Aufgaben auf einmal lösen. Sie kann während des Autofahrens den Tag überblicken, Müll im Auto einsammeln, und das Kind beruhigen. Sie schafft die Schicht durch die Nacht und den Garten zu bepflanzen. Die Mutter. Am Sonntag ist ihr Tag. Blumen und Pralinen werden überreicht und wir sagen unseren Müttern DANKE. Für Kraft und Energie, für Liebe und mahnende Worte der Erziehung. Es ist gut einen Tag wie den Muttertag haben. Er würdigt uns als Menschen in unserem sozialen Zusammenleben und in der Gesellschaft. Die Eigenschaften, die eine Mutter mitbringen kann, ergaben sich schon vor Urzeiten und haben sich stetig weiterentwickelt. Wir sind in der uns bekannten postmodernen Welt angekommen. Dennoch muss um Gleichberechtigung in den Aufgaben des Alltags gestritten werden. Und dass Frauen, wenn sie Mütter werden, leiden und Schmerzen erfahren, erzählt uns schon die Bibel im ersten Buch. Jahrhundertelang tat die Bibel das zum Nachteil für die Frau und das Muttersein. Aufgaben schienen klar und nur allmählich kommen dem Vater gleiche Aufgaben zu. 

„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jesaja 66, 13) Schaut man danach, welche Eigenschaften Gott hat, dann finden sich auch bei ihm mütterliche. Im ersten Schöpfungsbericht heißt es, dass er den Menschen nach seinem Bilde schuf, als Mann und Frau. Beide sind gemeint und ja, in der Bibel sind auch die mütterlichen Seiten Gottes bildreich beschrieben. Gott kennt beides. Er ist beides. Sieht in uns Menschen beides und das sollte Grund genug sein, für eine Gleichberechtigung zu streiten. Öffentlich. Damit es im oft versteckten und privaten Bereich ankommen kann. Keine Einfache Sache und manchem ist das schon wieder zu viel Gefasel. Jeder solle sich doch um seinen Sch… kümmern. Aber nein, immer noch sind es oft die Mütter, die über ihre Grenzen gehen und sämtliche Wünsche erfüllen. Immer sind es noch zu viele Mütter, sich ihrer Lebensziele bewusst, die zurückstecken und deshalb Führungspositionen ausschlagen. 

Freilich können wir jetzt erst richtig in die Diskussion gehen und vielleicht tun Sie, liebe Leserinnen und Leser, es auch! Zu welchem Schluss Sie auch immer gelangen, ist doch das Moment, dass Gott beides kennt, beides ist und beides in uns sieht, für mich unschlagbar. 

Also danken Sie Ihren Müttern, so oft es nur geht! Bleiben Sie behütet und gesegnet, ob Mutter oder Vater! 

Ihre Pfarrerin Ulrike Schulter, Meuselwitz